Vom Mann, der noch nie eine Schneeflocke gesehen hatte

MENSCHEN

Schweden


Als sich die politische Situation in Chile in den 1980er Jahren zuspitzte, flüchteten Alejandro Flores und seine Familie in das kühlere Klima Nordschwedens, um ein neues Leben zu beginnen.

Alejandro Flores war gerade sieben Jahre alt, als er mit seinem Vater vor dem Pinochet-Regime in Chile nach Schweden floh. Seine Mutter und die zwei kleineren Geschwister mussten sie zunächst zurücklassen, während sie sich in Skandinavien eine neue Existenz aufbauten. Der Anfang war nicht einfach. Sie mussten sich an das neue Klima gewöhnen, in verschiedenen kleinen zugewiesenen Wohnungen leben und eine neue Kultur kennenlernen. Aber Alejandro erinnert sich gern an den familiären Charakter der chilenischen Flüchtlingsgemeinschaft, die in Kiruna in Nordschweden entstanden war, und daran, wie sogar die Erwachsenen im Schnee spielten, den sie zuvor noch nie gesehen hatten.

Klimakontrast: Valparaiso in Chile & Kiruna in Schweden

Auf in den Süden

Später konnten Alejandros Mutter und seine Geschwister endlich nachkommen, und die ganze Familie erhielt die Erlaubnis, dauerhaft zu bleiben. Sie beschlossen, in den Süden nach Lysekil zu ziehen, wo es nicht ganz so kalt war. Alejandros Vater fand Arbeit in einer Fischfabrik, in der später auch sein Sohn nach dem Schulabschluss arbeiten würde.

Manchmal muss man ein Risiko eingehen, um seine wahre Berufung zu finden, und Alejandro tat genau das. 2001 kündigte er seinen Job in der Fischfabrik, um eine Ausbildung zum Gerüstbauer zu beginnen. „Ich hatte endlich meine wahre Leidenschaft gefunden“, erzählt er, „ich konnte draußen arbeiten und erlebte ein echtes Gefühl der Freiheit. Außerdem hatte ich nicht mehr jeden Tag den Fischgeruch an den Händen, das war ebenfalls ein großer Vorteil.“

Immer weiter voran

Alejandro arbeitete hart und hatte das Glück, auf seinem Weg Menschen zu treffen, die seine Fähigkeiten erkannten und ihn unterstützten. Im Jahr 2005 wurde die Gerüstbaufirma, für die er arbeitete, von einem Konkurrenten übernommen und ein Kollege suchte händeringend Aufsichtspersonal für einen Stillstand in der Preem-Raffinerie in Göteborg. Alejandro ergriff die Gelegenheit und wurde schließlich zum Bauleiter befördert. „Meine Philosophie war immer, hart zu arbeiten“, sagt er. Diese Arbeitsmoral sollte sich auszahlen, wie er bald herausfinden sollte.


Der Kunde glaubte an sie und KAEFER in Schweden hat den Vertrag seither inne.

Teil eines dynamischen Duos

2012 wollte KAEFER in Schweden eine Gerüstbausparte aufbauen und war auf der Suche nach den richtigen Kandidaten, um sie zu leiten. Bei Jonas Wetterberg, einem Kollegen von Alejandro wurden sie fündig. Jonas und Alejandro waren schnell überzeugt und machten sich mit Feuereifer an den Aufbau der Sparte. Einer der ersten Aufträge war der Wartungsvertrag für Preem, den das Team gewann, obwohl es nur aus drei Mitarbeitern bestand. Der Kunde glaubte an sie und KAEFER in Schweden hat den Vertrag seither inne. Preem ist die größte Raffinerie Schwedens mit zwei Anlagen in Göteborg und Lysekil. Auf sie entfallen 80 Prozent der schwedischen und 30 Prozent der nordischen Raffineriekapazität. Insgesamt werden an beiden Standorten jedes Jahr fast 18 Millionen Kubikmeter Rohöl raffiniert.

Jonas Wetterberg ist inzwischen Leiter der Gerüstbausparte bei KAEFER in Schweden und Alejandro ist Bauleiter, der seine Zeit zwischen den beiden Raffinerien in Lysekil und Göteborg aufteilt. Unter der Leitung des dynamischen Duos ist die Sparte inzwischen auf 20 eigenen Gerüstbauer und zwischen 35 bis 50 Subunternehmern gewachsen.

Alejandro heute und früher

Eine große, glückliche Familie

„Warum KAEFER? Ganz einfach: Es ist eine Familiensache“, sagt Alejandro. „Ich erinnere mich daran, wie ich mich fühlte, als ich zum ersten Mal nach Schweden kam und an das Gefühl, Teil einer großen Familie in Kiruna zu sein. Das habe ich jetzt auch bei KAEFER und ich habe das Gefühl, dazuzugehören und Teil von etwas Besonderem zu sein. Wir haben die Gerüstbausparte von Grund auf aufgebaut und ich wurde während des gesamten Prozesses von meinen Kollegen und dem Unternehmen unterstützt.“ Dass sich KAEFER für Alejandro wie eine Familie anfühlt, könnte auch daran liegen, dass sein Vater und sein Bruder ebenfalls dort arbeiten. Der eine ist Gabelstaplerfahrer, der andere Gerüstbauvorarbeiter. Und wer weiß, vielleicht tritt sein 18-jähriger Sohn einmal in die Fußstapfen seines Vaters.

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