Das Mission River Projekt in Australien

Auf einer Mission


Tropische Hitze, Blei und Asbest. Starker Wind über offenem Wasser, Krokodile und Haie. So sieht ein Arbeitstag für das Team von KAEFER auf der Mission River-Brücke in Australien aus.


Kunde: Rio Tinto

Ort: Weipa, Queensland

Leistungsumfang: Oberflächenschutz

Laufzeit: 2019-2021

Salzwasserkrokodile sind die größten lebenden Reptilien und können bis zu 6 Meter lang werden. Bullenhaie sind über 2 Meter lang und für ihr aggressives, unvorhersehbares Verhalten bekannt. Das sind nur zwei der Herausforderungen, die das KAEFER-Team auf der Mission River-Brücke zu bewältigen hatte, während es die Stahlkonstruktion und die Lackierung des Bauwerks in Northern Queensland, Australien, sanierte.

Die Brücke wurde im Jahr 1971 erbaut und stellt seitdem eine wichtige Straßen- und Schienenverbindung zwischen der Bauxit-Mine Andoom und dem Hafen in Lorim Port dar. Da die Brücke mittlerweile in die Jahre gekommen ist, war bei vielen der eisernen Oberflächen eine Sanierung, ein Austausch oder auch eine Korrosionsbehandlung fällig. Erschwerend kam hinzu, dass die bereits vorhandenen Beschichtungen der Konstruktion auch Asbest und Blei enthielten. Und als ob das nicht schon herausfordernd genug wäre, ist die Bahnverbindung rund um die Uhr in Betrieb und Züge überqueren die Brücke im Halbstundentakt.

Schwer erreichbar

KAEFER bediente sich einer Reihe von Verfahren, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden und die Mission River-Brücke wieder in Schwung zu bringen – darunter auch ein spezielles Verkehrsleitsystem, das die Durchführung der Arbeiten mit nur minimalen Unterbrechungen gewährleisten sollte.

Außerdem wurde ein Hubschiff eingesetzt, um schwer zugängliche Bereiche sicher und effektiv erreichen zu können. Im Vergleich zu herkömmlichen Bargen, die den Bewegungen der Gezeiten unterliegen, ermöglicht das Hubschiff mithilfe einer Hebebühne einen sichereren und einfacheren Zugang zu bestimmten Brückenbereichen. Die Plattform ist mit allen benötigten Geräten und Vorrichtungen ausgestattet, wodurch sich die Produktivität steigert.

Die blei- und asbesthaltigen Beschichtungen brachten ihre ganz eigenen Herausforderungen mit sich, da diese Gegend zu hohen Windstärken über dem offenen Wasser neigt. Um diese Probleme zu bewältigen, nahm KAEFER die vollständige Einkapselung aller betroffenen Bereiche mit einer 200 mm langen, doppelten Schicht BLASTCLAD-Schutzfolie vor. Auf diese Weise konnten alle gefährlichen Abfälle gesammelt und sicher entsorgt werden.

Wie bei allen Baustellen mussten auch in diesem Fall verschiedene Maßnahmen aufgrund der COVID-19-Pandemie getroffen werden, um das sichere und effektive Arbeiten auf der Mission River-Brücke gewährleisten zu können. Das Projektteam stellte angesichts dieser Herausforderungen einen COVID-19-Risikomanagementplan auf die Beine, der unter anderem Maßnahmen wie eine Umgestaltung der Baustelle im Einklang mit den Anforderungen des „Social Distancing“ umfasste.

Teil der Gemeinschaft

Dem Team gelang es trotz der zahlreichen körperlichen Herausforderungen und der widrigen Umgebungsbedingungen, das Projekt zwei Monate vor dem Zeitplan erfolgreich und gänzlich ohne Verletzungen oder Zwischenfälle abzuschließen. Das war allerdings nicht der einzige Beitrag. Während des Projekts bemerkte das Team, dass Müll an einem benachbarten Strand angespült wurde. Sie beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und organisierten eine Reinigungsaktion, bei der Strand von mehr als 14 Säcken mit Müll befreit wurde.

Die Strecke über die Mission River-Brücke ist jetzt für die kommenden 50 Einsatzjahre sauber, sicher und einsatzbereit. Und die ortsansässigen Krokodile und Haie freuen sich über einen natürlichen Lebensraum, der nach dem Abschluss des KAEFER-Projektes ein bisschen sauberer ist als zuvor.


Das KAEFER Mission River-Team

Hubschiff und eingekapselte Teile der Brücke

Strandsäuberung