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Frankreich


Kernkraftanlagen haben besondere technische Anforderungen. Nicht zuletzt, wenn es um die Isolierung geht. Niemand weiß das so gut wie KAEFER WANNER in Frankreich, die an der Modernisierung der Isolierung des weltweit größten Atomstromproduzenten arbeiten.

Frankreich ist eines der weltweit führenden Länder im Bereich der Kernenergie. Ungefähr 70% des in Frankreich erzeugten Stroms wird aus Kernenergie generiert. Die Instandhaltung der 56 Reaktoren in Frankreich ist eine große Aufgabe. KAEFER WANNER hat bei der Modernisierung und dem Ersatz herkömmlicher Isolierungen durch eine Ganzmetall-Isolierung (reflective metal insulation – RMI) die Synergien in den deutsch-französischen Teams genutzt.

Im Gegensatz zu anderen Dämmstoffen wird RMI im Laufe der Zeit nicht durch Verdichtung, Zersetzung oder Feuchtigkeitsaufnahme beeinträchtigt. RMI Module erreichen bei gleicher Isolierdicke nahezu gleiche thermische Eigenschaften, wie die mit mineralischen Isolierstoffen gefüllten Paneele. Durch die geschlossene Kassetten-Bauweise sind RMI-Module vergleichsweise leicht zu installieren. Die RMI-Technologie kann auch als Dampfsperre verwendet werden, da sie wasserbeständig ist. RMI ist ungiftig und nicht krebserregend, was die Installation sicherer macht und geringere Anforderungen an die Sicherheitsausrüstung stellt. Ein großer Vorteil von RMI ist die leichte Dekontamination. Durch die geschlossene Bauweise in Edelstahl lassen sich RMI-Module besonders gut reinigen. RMI ist in der Herstellung teurer als herkömmliche Dämmstoffe, wird aber aufgrund neuer Vorschriften in Frankreich zunehmend zur Pflicht.

Werkstatt von KAEFER WANNER

Veränderung als Herausforderung

Für KAEFER WANNER besteht eine der größten Herausforderungen beim Einbau von RMI darin, die gleiche thermische Leistungsfähigkeit zu gewährleisten, an die sich die Kunden gewöhnt haben. Es kann schwierig sein, bewährte Praktiken zu ändern, die seit vielen Jahren angewendet werden, aber die Vorteile von RMI liegen klar auf der Hand: höhere Leistung, Langlebigkeit und Flexibilität bei der Wartung. Verkürzte Zeiten für De- und Remontage der Isolierung, während eines Kraftwerk-Stillstands (Outage). Somit verringert sich auch die aufgenommene radiologische Dosis für das Montagepersonal in strahlenexponierten Bereichen einer Anlage.


KAEFER WANNER verfolgt einen maßgeschneiderten Ansatz, bei dem jedes Isoliersystem individuell für die spezifischen Anforderungen einer Anlage entwickelt, konstruiert und gefertigt wird.

Neue Beziehungen und neue Methoden

Um auf die Veränderungen und neuen Anforderungen des Marktes zu reagieren, nutzte KAEFER WANNER das besondere Know-how seiner Kollegen (CCCN) in Deutschland. Die Teams arbeiteten eng zusammen. Dieser enge Austausch trug auch dazu bei, neue Methoden zu etablieren, wobei die Herstellung des RMI in der Werkstatt in Pompignac mit einer Laserschneidmaschine erfolgt. Gemeinsam trägt das internationale KAEFER-Team dazu bei, die französischen kerntechnischen Anlagen erfolgreich in die Zukunft zu führen: Das deutsche Kompetenzteam CCCN unter der Leitung von Hans Joachim Riekenberg, die von Rémy Fagnot geleitete Werkstatt in Pompignac, und die von Nicolas Bron (Ingenieur für thermische Auslegung) mit Unterstützung der deutschen Kollegen durchgeführten thermischen Studien sowie die Anwendung eines LEAN-Produktionskonzepts leisten dazu einen wichtigen Beitrag.

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